Vorläufiges Ende der Geschichte

Ich hatte es ja schon angedeutet im letzten Post, vor Monaten: So ganz konnte ich nicht von meiner Geliebten lassen, und natürlich sie auch nicht von mir. Das hing natürlich mit der Liebe zusammen, die wir füreinander erfahren und erleben durften, aber auch mit einem Versprechen: Wir haben immer, von Anfang an, auch über das mögliche Ende unserer Affäre gesprochen, und wir hatten uns versprochen, uns nicht zu „ghosten“, sondern, so gut es geht, dafür zu sorgen, dass der Andere, der Verlassene klar kommt.

So spielten sich in unserem sporadischen Chat-Kontakt über Wochen Dramen ab. Sie hat sogar eigens einen Instagram-Account eingerichtet, um ihre Trauer zu verarbeiten und mir Botschaften zu senden. Währenddessen durchlebte ich mit meiner Ehefrau tatsächlich so etwas wie einen zweiten Frühling, war familiär wieder engagierter, was auch im Freundeskreis nicht verborgen blieb. Der Sex wurde besser, härter, zeitweilig auch häufiger. Ich hatte das gute Gefühl, „aufgeräumt“ zu haben; die emotionale Belastung, der ich standhalten musste, war aber nicht allzu viel geringer geworden. Es war schwer auszuhalten.

So folgte, nach dem anfänglichen Beginn der Affäre und der kopflosen Liebelei, eine weitere schwere Fehleinschätzung: Ich fuhr zu meiner einstigen Geliebten, sie zu besuchen, zu helfen, für sie zu sorgen, ein Gespräch zu führen, Dinge zu klären. Wir saßen auf dem Sofa, nah beieinander, und als ich gehen wollte, fing sie an zu weinen, wollte berührt werden, wollte Sex. Wir kamen für ein paar Wochen wieder zusammen, auch wenn es sich für mich diesmal mehr wie eine Erpressung anfühlte, als dass ich Schmetterlinge im Bauch gehabt hätte.

Und so konnte es auch nicht gut gehen, nicht weitergehen. Ich schrieb ihr eine lange Mail, die erklärte, wie sehr ich meine Frau, mein Leben, meine Familie liebe. (Kam nicht gut an). Ich wich ihr aus, verlegte Treffen von ihrer Wohnung auf öffentliche Orte, um der Verlegenheit zu entgehen. (Kam auch nicht gut an). Am Valentinstag, ausgerechnet, eröffnete ich ihr bei einem ausgedehnten Spaziergang, dass es aus ist, aus sein muss. Sie weinte. Ich ging.

Ich fuhr nach Hause und hatte einen traumhaften, romantischen, erotischen Abend mit meiner Frau, die sich unheimlich viel Mühe gegeben hatte. Sie postete ein romantisches Foto bei Instagram.

Valentinstag.

Das war zu viel.

Meine Geliebte kommentierte das Instagram-Foto, öffentlich, für alle unsere Freunde sichtbar. Ich geriet in Panik, ging ans Handy meiner Frau, löschte den Kommentar. Ich flehte im Chat meine Geliebte an, sie möge aufhören, der Kinder wegen, mich meinetwegen hassen, aber die Familie in Ruhe lassen. Dennoch es war klar: Diese Situation war nicht zu retten.

Nach einigen weiteren Nächten, mit rasenden Gedanken, klopfendem Herzen, schlaflos, habe ich meiner Frau alles offenbart. Ich sagte ihr bei Kerzenschein und einer Fußmassage, dass ich sie liebe, so sehr wie nie zuvor, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben zweifelsfrei bin, dass sie die richtige ist, dass sie die einzige für mich sein soll; dass ich dafür aber einen hohen Preis bezahlt habe: anderthalb Jahre Affäre, zwei Jahre Betrug.

Ein Meer aus Eis und Tränen. Unvorstellbar.

Wenige Tage später trifft ein Brief ein, adressiert an meine Frau, ohne Absender. Darin: eine meiner e-Mails an meine Geliebte, ausgedruckt, und Fotos, die ich ihr geschickt hatte. Einige Tage später ein zweiter Brief. Ein dritter. Vielleicht noch weitere. (Ich habe sie nicht gesehen).

Für meine Frau ist die Welt zusammengebrochen; sie ist in ein Loch gefallen. Sie hat einen von zwei Menschen verloren, denen sie bedingungslos vertraut hat. Erinnerungen an gemeinsame Momente sind „vergiftet“, sagt sie. Wir reden viel, glücklicherweise reden wir noch. Ich habe ihr Zugang zu meinem e-Mail-Konto gegeben, alles offengelegt, damit sie diese e-Mails — wenn sie denn möchte — selber lesen kann, bevor meine Geliebte sie weiter scheibchenweise enthüllt. Dennoch: Wir fühlen uns nicht mehr sicher in unserem gemeinsamen (ehemaligen?) Zuhause.

Meine Frau hat gesagt, ich soll für eine Zeit woanders wohnen. Natürlich tue ich das. Ich brauche den Abstand, durchzuatmen; sie braucht vor allem den Abstand, sich klar zu werden, wie sie weitermachen will, ob sie mich zurück in ihr Leben lassen möchte. Die Zeiten, wo wir wieder vereint zu viert unter einem Dach wohnen, eben am Wochenende für ein paar Stunden, sind einerseits seltene Glücksmomente, andererseits angesichts der immensen Tragik der Situation unfassbar schwer zu ertragen.

Die Kinder wissen nicht Bescheid. Wir werden uns beraten lassen. Wenn es auf eine Trennung hinausläuft, sagte mir heute ein Profi, dann — und erst dann — solle man den Kindern es sagen. Aber weiß ich das? Nein. Das weiß nur meine Frau. Und nicht mal sie weiß es: Es wird Wochen, Monate brauchen, ihre Meinung sich vielleicht vier- oder fünfmal ändern müssen, bevor sie in der Lage sein wird, diese endgültige Wahl zu treffen, bei der es nur fürchterliche Alternativen gibt: Sie muss den Kindern ihren Vater wegnehmen, ihn vor die Tür setzen. Oder mit dem Mann unter einem Dach leben, der ihr so unbeschreiblich weh getan hat. Es ist die Hölle.

Noch mehr als den Verlust der ehelichen Treue schmerzt sie offenbar der Verlust dieser besonderen Freundschaft, dieses Vertrauens. Wir hatten alles beredet, jahrelang, über Erotik und Sex und unsere unterschiedlichen Bedürfnisse, über eine offene Beziehung, uns aneinander abgearbeitet, wir haben uns verschlissen, zeitweilig entfernt voneinander — und alles kommt ihr nun vor wie eine gigantische Lüge.

Mir erscheint die Affäre im Nachhinein wie ein letzter Ausdruck meiner Überforderung, meiner Überlastung, die nahezu krankhafte Ausmaße angenommen hatte, ein absoluter Tiefpunkt voller Höhepunkte. Und dass ich mich so in diesem Menschen täuschen konnte, auch das dürfte eine Lebenslektion sein.

So sei also gewarnt, wer dies liest. Schmetterlinge im Bauch und sexuelle Selbstvergewisserung und erotische Erfüllung sind unvergleichlich wertvoll, wichtig und schön. Ich möchte die zahlreichen Erlebnisse nicht missen. Es war eine wunderbare Zeit.

Aber der Preis? Ich würd’s nicht wieder tun. Einmal reicht. Schon einmal ist zu viel.

Viel Glück Euch allen. Sucht nicht so viel. Seid zufrieden. Genießt es.

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17 Gedanken zu „Vorläufiges Ende der Geschichte

  1. Dina

    Nicht das man dich nicht gewarnt hätte. Ich habe hier lange nicht reingeschaut, weil es so kommen musste. Ich habe für deine Familie gehofft, aber du hast es echt versaut. Von Anfang an hättest du ehrlich mit deiner Frau sein sollen, das hatte sie verdient. Aber du hast egoistisch gehandelt und den Preis zahlt jetzt die ganze Familie.
    Selbst wenn sie dich zurück nimmt, wird eure Beziehung nie mehr wie sie war. Ein hoher Preis für deine Selbstverwirklichung und etwas Sex.

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  2. St.

    Diese Affäre hat Deine Beziehung verlängert. Sex, Erotik und Nähe sind ganz wichtige Bestandteile des Lebens.
    Die Beziehung zu Deiner Frau verbesserte sich auch, weil Du entspannter und ausgeglichener warst.
    Betrachte Dein Leben und überlege genau, was Du willst.
    Kinder spüren das sehr genau. Bei einer Freundin von mir, sie verlängerte ebenfalls mit einer Affäre Ihre Ehe, blühte das Kind nach der Trennung auf. Endlich gab es Ruhe. Eine Trennung kann auch ein Neuanfang sein. Unglückliche Eltern will auch kein Kind.

    Antwort
  3. amorsolalex

    Nein, nicht deine Frau wird den Kindern den Vater „wegnehmen“. Schon alleine die Idee… Du bist es, der den Grundstein dafür gelegt hat, dass die Kinder die Familie in ihrer bisherigen Form vielleicht entbehren müssen. Du bist es, der diese Konsequenzen von vornherein in Kauf genommen hat. Nicht sie nimmt ihren Kindern den Vater weg, nicht sie…

    Antwort
    1. Sonja

      Nein, so einfach ist das nicht. Warum ist 2F fremd gegangen? Weil sie für beide entschieden hat, dass sehr wenig genug sei ….. Dein Ansatz finde ich sehr einfach 🙂
      Und 2F hat aus meiner Sicht sehr viel getan, bevor er sich dazu entschlossen hat, für sich zu entscheiden, was ihm gut tut.

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  4. susepedia

    Schade, das ich recht behalten habe mit der Sorge, ob die Geliebte das loyal durchzieht. Verlassene (Frauen, aber sicherlich auch Männer) neigen irgendwann dazu, in dem Versuch, den anderen möglichst stark zu verletzen, blind um sich zu schlagen. Nur wenige haben die Größe, das durchzustehen, ehrlich sich selbst gegenüber zu bleiben (man hat es ja eigentlich von vornherein gewusst, dass man nur der/die Geliebte ist) und auf verzweifelte, kindische Racheaktionen zu verzichten.
    Aber du analysierst ganz treffend: Du hast deine Frau hintergangen, ihr Vertrauen missbraucht. Egal, ob du vorher in der Beziehung gelitten hast oder nicht, egal, ob sie sich vielleicht irgendwann eingestehen kann, dass sie selbst einen Teil der Schuld trägt: Von der engsten Vertrauensperson hintergangen worden zu sein, fühlt sich an wie der Verlust desjenigen: Der Mensch, den man glaubte zu kennen, bricht weg, die Stütze, die man meinte zu haben, ist fort, und man starrt fassungslos in das Loch im Boden, das sich dort auftut, wo eben noch der Fels in der Brandung war. Der einzige Unterschied: Der Mensch, der betrogen hat, den kann man hassen, der lebt noch. Der Mensch, der stirbt, ist unwiederbringlich fort. Das Gefühl für den „Zurückgelassenen“ dabei ist das gleiche.
    Ich wünsche dir Klarheit, einen Weg für die Zukunft. Ob der mit oder ohne deine Familie sein wird: Ich weiß es nicht. Du bist hier im Blog von vielen Kommentatoren davor gewarnt worden, diesen Weg zu gehen. Du hast dich trotzdem dafür entschieden, natürlich. Aus dem Schaden anderer wird man ja leider selten klug. Ich hätte dir gewünscht, dass du etwas anderes findest, dass dir Selbstbewusstsein und Entlastung gibt (und dass sich ja auch gut auf deine Ehe ausgewirkt hat), als der Schoß einer anderen Frau. Tatsächlich ist Sex nicht alles im Leben. Der Preis, wie du sagst, ist zu hoch.
    Schade, dass dir das jetzt erst auffällt. Vor allem für deine Familie.

    Antwort
  5. waldstern

    Danke fürs Teilen dieser Geschichte, wie es mit dir weiterging.

    Du bist also jetzt vom Täter in die Rolle des verantwortlichen Opfers gewechselt und warnst den geneigten Leser vor Nachahmung.

    Mich macht das ärgerlich und wütend.

    Du bist weder ein Täter noch ein Opfer, du bist ein Mann. Ein von seiner Ehefrau abgewiesener und zurückgewiesener Ehemann. … und ja, du hast auch ein Recht zum Leben, auf die Erfüllung deiner Wünsche und Bedürfnisse. Du bist mehr als das Schwein mit dem Ding, wie Frauen sich in solchen Momenten gerne äußern. Es gibt keine Verpflichtung in einem von der Ehefrau aufdominierten Bedürfniselend zu leben.

    Nein, nicht du hast Vertrauen verletzt, nicht du bist fremdgegangen, sondern sie war das. Deine Partnerin hat sich der Gestaltung eines außergewöhnlichen Lebens in tiefer Intimität entgegen gestellt. Eine Beziehung stirbt nicht wegen mangelnden Vertrauens, sondern wegen mangelnder Intimität. Wobei das Konzept von Intimität nicht nur Sex beinhaltet. Diese Frau konnte dich bereits schon ganz grundsätzlich nicht nähren, weder physisch noch intellektuell, noch emotional noch geistig.

    Sex ist schließlich nur eine Form von körperlicher Intimität. Körperliche Intimität bezieht viel mehr ein, Tanzen, Singen, Musizieren, Spazierengehen, Essen, Geschirr spülen, Sport, Schwimmen und so weiter. Und es gibt auch die intellektuelle Intimität, das gemeinsame Lesen eines Buch, besuchen einer Kunstausstellung, Gespräche, etc. und es gibt auch die emotionale Intimität, das Sprechen über Gefühle, Wertschätzung geben und wertgeschätzt werden.

    Aber deine Ehefrau verweigerte alles. Nein, du hast ein Recht auf ein erfülltes Leben. Sei froh, dass du sie los bist, dass es so gekommen ist.

    Sie bevorzugte die Kinder und lies sie an den meisten Abenden in das Ehebett, um mit ihnen zu kuscheln und um keine Dates ohne die Kinder mit dir zu heben; statt dein Ego aufzubauen, hat sie es niedergetrampelt und zerstört; sie hat sich Gesprächen verweigert und sie hat dich zurück gewiesen.

    Ja, eure Probleme musstest du im Bett einer anderen Frau lösen.

    Aber sei froh und glücklich, dass du etwas Lebensglück im Bette einer anderen, in das sie dich getrieben hat, gefunden hast. Denn irgendwann denkst du an das, was du versäumt und nicht gemacht hast.

    Antwort
    1. Eva

      Word!
      Auch, wenn das vielleicht ketzerisch erscheint. Zu einer langen Affäre gehören immer drei. Lade nicht die ganze Schuld auf Dich, Ihr habt sozusagen alle 3 Schuld.
      Sex ist wichtiger, als wir es beigebracht bekommen haben. Sexualität erhält unsere Menschheit, es ist der stärkste Trieb.
      Klar ist Deine Frau tief getroffen. Die meisten Probleme in Beziehungen entstehen m.m.n.durch dieses Besitzdenken und die unerträglich hohe Erwartung an „die eine und einzige Person bis zum Lebensende“. Wann hört diese komplette Selbstaufgabe in diese Illusion eigentlich endlich mal auf???? Die Institution Ehe ist nur durch den Patriarchismus begründet und hat mit Menschlichkeit überhaupt gar nichts zu tun. Wir Menschen unterhalten schon immer seit unserer Existenz verschiedenste Arten von Beziehungen und Liebe. Wacht endlich mal auf alle, ey! Und macht nicht immer so ein Scheiss Drama ums Fremdgehen!!!!!

      Und die Nummer mit „dem Papa wegnehmen“
      SORRY. Das ist die Verantwortung des Vaters, wie er die Rolle einnimmt. Du wirst IMMER der Vater bleiben, Deine Kinder können nichts dafür. Im Falle einer Trennung hast Du immer noch genauso 100% Verantwortung für sie. Daran kann niemand etwas ändern, außer Du selbst! Auch nicht Deine Frau.

      Ich danke Dir für Deine Offenheit HIER.
      Finde ich gut. Mach weiter so.
      Deine Beziehung kann, wenn Ihr wollt, eine völlig andere Ebene erreichen, aber dazu gehört die Arbeit ALLER.
      Liebe Grüße! Eva

      Antwort
  6. markus

    Danke erstmal 2F das Du uns wieder an deiner Situation teil haben lässt.
    Ich bin traurg darüber wie es für Dich ausgegangen ist. Ich finde es schade, dass deine Entwicklung und Deine erneute Hingabe an deine Familie durch deine Affaire so zerstört wurde.
    Die Frage nach der Schuld wird bleiben. Ob Du es warst, ob es deine Frau war, die Affaire oder jeder ein bisschen. Eigentlich ist es doch egal. Es ist nun mal so wie es ist. Ob und wie ihr Eure Bezeihung weiterleben könnt, dass steht vielleicht noch offen.
    Aber vergleichen wir doch mal die Situation vor der Affaire und jetzt.
    Wenn du „ehrlich“ gewesen wärst, dann hättest Du Dich von deiner Frau trennen müssen, da es nicht mehr gepasst hat. Es gab ein Problem, dass ihr gemeinsam nicht lösen konntet, aus welchen Gründen auch immer. Der Standard-Vorschlag dazu wäre dann: Trennung bevor man fremd geht. Ob diese Trennung dann „sauber“ verlaufen wäre steht offen. Es wäre die „ehrlichste“ Version gewesen.
    Du hast Dich entschieden, dich um „Deine“ Problem zu kümmern soweit Du das ohne deine Frau machen konntest. Denn es hatte ja in der Beziehung sonst soweit alles gepasst.

    Und was ist Dein aktueller Stand (im schlimmsten Fall). Ihr trennt euch. Hattet aber noch eine gute gemeinsame Zeit, die bestimmt nicht nur schrecklich für Dich und deine Frau war. Zwar ist sie jetzt enttäuscht, aber es gab eine Zeit in der sie wohl auch sehr glücklich mit Dir war. Diese zeit hätte sie bei einer früherern Trennung nie erlebt.

    Ddas ERGEBNIS jetzt: beide gleich. Es wird wohl eine Trennung geben.

    Das was Du getan hast hatte in meinen Augen, zumindest die Chance das es noch ein gutes Ende gibt. Man hat ja gemerkt wie Du dich während und auch nach der Affaire verändert hast. Es gab einen Punkt in deinem Leben, der Dich nicht mehr belastet hat, dadurch konntest Du besser zu Dir finden und das hat ja geklappt. Ich glaube sogar, dass deine Bezeihung, ohne diesen Zwischenfall, von jetzt an gut gelaufen wäre. Ob das wirklich so passiert wäre, weiß ich natürlich nicht, aber ich könnte es mir vorstellen. In soweit hätte es sogar etwas positives gehabt.

    Aber wie auch schon erwähnt wurde, leider ragieren abgewiesene Personen sehr unrational und das hast Du zu spüren bekommen.
    Ich denke worauf es jetzt rauslaufen wird, wird eine Trennung von deiner Frau sein. Und so hart es ist, es wird wohl das Beste sein. Sie wird dir nie wieder so vertrauen können wie früher. Es wird immer eine Unsicherheit mitschwingen, auch wenn ihr es noch einmal versucht.
    Papa wirst Du immer bleiben, egal ob im gleichen Haus oder wo anders. Eine Trennung mag zwar im ersten moment hart sein, aber sie schafft eine Klarheit und damit auch eine Sicherheit und Struktur für Kinder.

    Da ich selbst in einer ähnlichen Situation bin rede ich mir wohl einen Teil so schön wie ich es auch gerne hätte. Aber ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht, wenn ich den „belastenden“ Teil aus der Beziehung genommen habe, dann war mein Umgang einfacher und leichter. Ich konnte mich auf anderes in der Beziehung konzentrieren und dabei Fortschritte machen.

    Jedenfalls empfinde ich es als sehr schade was passiert ist, ich wünsche Dir für die Zukunft, wie auch immer sie aussieht, alles Gute, viel Stärke und hoffe das Ihr für Eure Ehe einen gemeinsamen Weg findet.

    Antwort
    1. susepedia

      Also im Ernst: „Ihr hattet jetzt immerhin noch eine schöne gemeinsame Zeit“ – nein, 2F hatte die. Seine Frau wird sie NIE WIEDER an diese Zeit erinnern können, ohne den bitteren Geschmack des Verrats und der Frage, zu welchen Momenten er bei ihr oder bei der anderen war. Schlimmer noch, wahrscheinlich vergiftet das sogar den Blick auf die Jahre davor, denn nun, nachdem sie die Sicherheit verloren hat, dass sie ihm vertrauen kann, warum sollte sie nicht annehmen, dass es schon andere Lügen und Betrügereien gab?
      Ich möchte nicht in ihrer Haut stecken. Und noch weniger in 2Fs, denn für für dieses Leid ist er verantwortlich.

      Antwort
      1. markus

        Rückblickend gebe ich dir recht. Sie wird sich nicht positiv an die Zeit erinnern können.
        Aber für das „Leid“ ist nicht nur 2F verantwortlich. Wer weiß wie es für seine Frau gewesen wäre wenn er sich zuvor getrennt hätte. Vielleicht wäre die Zeit dann ebenso hart gewesen, weil sie nicht mit der Trennung umgehen konnte. Ob und wie das ist wissen wir nicht.
        Sie tut mit sehr leid und ich hoffe wirklich das sie irgendwann damit umgehen kann.

        Ich denke, dass man 2F aber nur dann verstehen kann, wenn man selbst in der Situation war/ist. Es ist extrem belastend immer wieder abgewiesen zu werden. Sich zu bemühen und doch nicht weiter zu kommen und im schlimmsten Fall einfach nur bei der Stange gehalten zu werden. Man versucht verschiedene Wege zu gehen. Wege zu suchen um dem Partner, den Kindern, der Familie und dem Umfeld gerecht zu werden. Den Partner ggf. auch den Druck weg zu nehmen, denn man ihm gegenüber erzeugt hat. Das Verlangen ist deswegen nicht weg, aber man versucht den Partner zu respektieren und sich zurück zu nehmen, ihn und seine Wünsche zu respektieren. Was man dabei aber irgendwann verliert, ist sich selbst. Das geht einen Zeit lang aber irgendwann ist man einem Punkt an dem man nicht mehr noch mehr von sich aufgeben kann und will.
        Vielleicht ist es dann Schwäche wenn man der Versuchung nachgibt. Es ist vielleicht das Gefühl wieder etwas zurück zu bekommen und wenn der Akku leer ist, dann saugt man das auf. Und je mehr Bestätigung man bekommt, desto besser fühlt sich das an.
        Das man damit potentiell jemand anderen verletzt steht außer frage. Man kann nur hoffen, dass es nicht raus kommt. Aber irgendwann kann man eben nicht mehr zurück stecken.
        Das soll keinen Entschuldigung sein! Es ist verkehrt und man verletzt potentiell jemanden den man meistens noch liebt, dass macht es schlimm. Aber es kann eben Gründe geben und gerade wenn man den Blog von 2F verfolgt hat, dann merkt man das er es sich nicht leicht gemacht hat und sehr viel reflektiert hat.
        Ja derjenige der Fremd geht hat einen Schuld! Aber manchmal war es eben der einzige Ausweg den man noch gesehen hat ohne die Beziehung komplett beenden zu müssen. Und vielleicht ist man wirklcih so naiv darau zu hoffen, dass es nie rauskommt.

      2. Eva

        Niemand ist jemals sicher. Das ist der Trugschluss, dem wir alle erliegen. Bis wir eines Besseren belehrt werden vom Leben selbst. Natürlich ist ihr Blick zurück nun getrübt -und den Schmerz möchte natürlich niemand erleben. Dennoch finde ich persönlich, dass sie großen Anteil an der Affäre hatte. Denn ohne die Schwierigkeiten vorher wäre es wohl eher nicht dazu gekommen. Nun ist der Aufschrei groß! Sich jahrelang ANSEHEN, wie der nahestehendste Mensch an Deiner Seite leidet unter dem Sex-Liebesmangel, und das auch zu WISSEN, ich finde, da darf man sich hinterher nicht beschweren. Ich habe z.B.meinem Ex in unserer Krise kurz vor der Trennung gesagt, dass er sich ruhig eine andere dafür nehmen kann, weil ich aufgrund Wut/Streit/Drama nicht in der Lage war, ihm Sex zu geben. Er hat es sofort getan- es hat mich nicht gestört, aber für mich war die Beziehung eh schon innerlich beendet.

        Die Art und Weise, nämlich diese totale Offenheit in Bezug auf das, was 2F mit seiner Geliebten geschrieben und getan hat, finde ich ehrlich gesagt auch ein No-Go. Was bringt das für alle. Es hat wieder nur was mit 2Fs grundsätzlich etwas devoter Haltung gegenüber seiner Ehefrau zu tun. Ich finde, es hätte absolut gereicht, was die Geliebte da preisgegeben hat (find ich auch total gemein) – an ihrer Stelle hätte ich eher geklingelt und versucht, mit beiden zu reden. Details gehen doch keinen etwas an- da spricht die verletzte Seele. Wenn Menschen nicht weiterwissen, wenden Sie emotionale Erpressung an. Die zieht immer, weil wir alle bereits mit Erpressung erzogen werden und wurden.

      3. illoba

        @Dina/Susepedia/Amorsolalex: Ich weiß ja nicht…wie könnt Ihr so unglaublich hart und von oben herab sagen, dass 2F alleine dafür verantwortlich ist, wie es gelaufen ist? Dass ER seine Familie zerstört hat? Ihr habt seine Geschichte doch verfolgt, oder nicht?
        Seine Frau hat ihn missachtet, seine Bedürfnisse weder anerkannt noch sich überhaupt damit auseinandergesetzt. Er hat jahrelang gelitten und seine Frau hat das wissentlich (!) in Kauf genommen und sich völlig geweigert, irgendetwas für die Ehe zu tun. Da kam gar nichts. Alles andere war wichtiger. Zu einer nicht funktionierenden Beziehung gehören IMMER zwei! Menschen.

        2F hat sich sehr wohl immer wieder bemüht, etwas zu ändern, an sich persönlich oder an der Situation, er hat viele Dinge ausprobiert. Diese Affäre war ja fast schon so etwas wie „Notwehr“. Dass das nun alles so gekommen ist, ist natürlich traurig und natürlich wäre es angenehmer (für alle) gewesen, er hätte ehrlich zu seiner Frau sein können. Aber sie war so voller Abwehr, das hätte ich mich auch nicht getraut…
        2F hat nichts zerstört, was nicht vorher schon in Scherben lag. Das „Zwischenhoch“ nach/während der Affäre war nur eine Verlängerung des Ganzen, das wäre doch niemals für immer gut gegangen.

        Ich wünsche denen, die hier so kommentieren, ganz ehrlich, dass sie selber einmal in eine Situation kommen, die sie emotional so fordert. Dann bin ich gespannt, wie „verantwortlich“ und „moralisch“ sie sich verhalten werden. Man sollte nie den ersten Stein werfen. Das gilt übrigens für viele Situationen im Leben, aber vor allem für Gefühlsdinge. Man kann nicht immer voraussehen, wie man sich verhält, wenn man wirklich in so einer Geschichte steckt.

        @Waldstern/Markus/Eva: ich stimme Euch allen völlig zu. Es gibt viele Aspekte an dieser Sache und freue mich, dass ich nicht die einzige bin, die das so sieht. Das lässt hoffen ;-))

        @2F: ich wünsche Dir ganz viel Kraft und ein bisschen Glück für Deine Zukunft, wie immer sie auch aussehen wird. Und glaub uns: Deine Kinder bleiben IMMER Deine Kinder, egal, was kommt!

      4. susepedia

        „Ich wünsche denen, die hier so kommentieren, ganz ehrlich, dass sie selber einmal in eine Situation kommen, die sie emotional so fordert.“ Liebe/r illoba: Ich HABE eine solche Situation erlebt. Und zwar von beiden Seiten. Nicht in der gleichen Beziehung, aber kurz hintereinander. Deswegen kann ich beide Seiten verstehen, und deswegen sage ich hier auch immer wieder glashart, dass ich das Problem maßgeblich bei 2F sehe. Nämlich darin, dass er sich so sehr auf den Sex fokussiert. Dass er eine gute Beziehung mit Kindern und Glücksmomenten (wie er selbst wiederholt geschrieben hat!) einfach nicht genug sein lassen kann. Es muss immer und immer um Sex gehen. Ich glaube nicht, dass seine Frau komplett auf stur geschaltet hat, weil sie böse ist oder ihn leiden lassen will. Ich weiß, wie es sich anfühlt, bedrängt zu werden – egal, ob der Partner das wissentlich oder unwissentlich tut. Jeder Kuss wird zur Pflichtübung, jeder Sex zum Zwang, den man sich selbst auferlegt, um den Partner „nicht schon wieder“ abzuweisen.
        Auf der anderen Seite weiß ich auch, was es heißt, abgewiesen zu werden. Und die Verlockungen des Dritten kenne ich auch. Deswegen weiß ich so verdammt genau, was das für ein Fehler ist. Eine Affäre ist keine „Notwehr“, sondern Flucht. Und Sex darf niemals der zentrale Dreh- und Angelpunkt einer Beziehung sein. Bereicherung ja, Ersatz für andere, verbindende(re) Dinge nein. Wer sich und sein Selbstbewusstsein so zentral über Sex definiert, beschreitet einen gefährlichen Pfad. Ich weiß das, ich habe es am eigenen Leib erfahren. Und die Wunden, die man damit anderen zufügt, sind den Kick nicht wert.

  7. Blockvogel

    Nun ist also beinah wider Erwarten und eigentlich schon beim Zieldurchlauf zum Happy-End doch noch das worst case Szenario eingetreten. Hinterher ist man immer klüger, und es wäre einfach zu sagen, was du eventuell vielleicht anders hättest machen sollen. Und vorherige Absprachen sprechen auch niemanden frei von einem Verhalten, das den anderen am Ende eben doch verletzt. Zwischen einem einseitigen plötzlichen Kontaktabbruch und dem Fortführen der täglichen Kommunikation in verkrampfter Form hätte es die Möglichkeit eines beiderseitig vereinbarten aber dennoch klaren Cuts gegeben. Manchmal ist es besser – insbesondere für den der mehr leidet, weil er sich nicht mit einer neu entfachten Liebe trösten kann – Abstand zu bekommen, als jeden Tag aufs Neue seine frische Wunde wieder aufzureißen. Aber wie gesagt, ihr habt euch anders entschieden und es ist müßig, zu analysieren, welches Verhalten vermeidbar gewesen wäre.
    Ich kann trotz allem, und obwohl ich ein klarer Befürworter deiner Affäre war, diese verlassene Frau so gut verstehen. Sich ausgedient fühlen, und zusätzlich noch deine gnadenlose Ehrlichkeit, so grob und schonungslos ihr aufgetischt. Auch das war vermeidbar, wenig einfühlsam und unglaublich verletzend. Das Ventil das sie sich gesucht hat, um ihre Wut und Enttäuschung loszuwerden, war ebenso rücksichtslos und destruktiv, vor allem weil es die meiner Meinung nach Unschuldigste von allen traf. Unvorbereitet und mit voller Wucht. Das musste ihr den Boden unter den Füßen wegziehen, sie pauschal an Allem (Bestehenden, Vergangenen, Zukünftigen) zweifeln lassen und die Auflösung ihrer Beständigkeit für sie bedeuten.
    Dass du in dieser Situation zumindest nicht vollständig in Selbstmitleid versinkst, muss man dir vermutlich noch hoch anrechnen. Dennoch fehlt mir bei deiner Sichtweise ein wesentlicher Teil. Da ist kein wirkliches Einfühlungsvermögen in die beiden Personen, die du auf unterschiedliche Art gleichermaßen verletzt hast.
    Dein Resümee verwundert mich sehr, zum einen weil es nur sagt, was du von Anfang an wusstest. Und zum anderen, weil es wieder mal nur sehr kurzfristig gedacht ist. Kurz nach der Bruchlandung denkt man wohl immer, man ist geheilt. Aber eine Affäre macht nicht immun für eine weitere, und dieses Erlebnis wird zwar lange in dir nachwirken, aber niemals verhindern können, dass sich Sehnsüchte, Unzufriedenheit und Defizite wieder einschleichen.

    Antwort
  8. Jule

    Ich möchte nicht werten, das steht mir nicht zu, so oder so nicht. Man sieht als Außenstehender auch immer nur Fragmente. Jeder hat sein eigenes Moral- und Werteverständnis, jede Situation ist individuell.

    Ich weiß nur eins ziemlich sicher: Vertrauen ist sehr empfindlich und ein Bruch des Vertrauens in der Regel nur schwer zu korrigieren. Vielleicht bekommst du die Chance, dir das Vertrauen deiner Frau erneut erarbeiten zu dürfen. Vielleicht hält sie das auch für irreparabel. Das wird sie irgendwann für sich entscheiden.

    Ich wünsche euch allen, d. h. dir, deiner Frau und deinen Kindern, dass ihr in naheliegender Zukunft einen Weg einschlagen könnt, der für euch alle am besten ist. Wie der am Ende aussehen wird, steht wahrscheinlich noch in den Sternen. Aber ich wünsche euch, dass ihr wieder glücklich werdet, ob miteinander oder jeder für sich – das wird sich zeigen.

    Antwort
  9. Nicole

    Lieber 2F,
    vor einiger Zeit schrieb ich die unter der Seite „über…“ von meiner eigenen Lebensgeschichte (ich habe vollstes Verständnis für deine Frau, die deine Bedürfnisse nicht richtig wahrgenommen hat/wahrnehmen hat können).
    Was ich dir nun schreiben will ist, dass ich euch Zeit wünsche!
    Ich denke, ihr seid mit der therapeutischen Begleitung auf einem guten Weg, der euch zur Reflexion des Ganzen führt. Der eine ist natürlich schon weiter fortgeschritten als der andere.
    Bleibt aber dran und habt Geduld!
    Mit dem Verstehen der Situation und den Erkenntnissen über sich selbst können noch ungeahnte Möglichkeiten auf euch zukommen!
    Ich bin gespannt, was du weiter berichtest – rechne erst in 10-12 Monaten damit (frühestens!)
    Halte durch!!!!
    VG Nicole

    Antwort

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